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Kindersitze im Test 2019 Empfehlung

 

Verbraucher haben bei Kindersitzen für das Auto heute die Wahl zwischen einer großen Anzahl verschiedener Modelle von zahlreichen Händlern. Die Sitze schneiden bei Tests sehr unterschiedlich ab, nicht alle sind empfehlenswert.

Der österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) und Verbraucherschutzorganisationen führen regelmäßig aussagekräftige Gegenüberstellungen von Kindersitzen durch, an denen sich Eltern gut orientieren können. Die Tests untersuchen die Sicherheit, den Bedienkomfort, ergonomische Kriterien sowie den Gehalt an Schadstoffen in den verarbeiteten Materialien der Produkte. Dabei erfolgt ein Sicherheitstest sowohl in Bezug auf einen Frontal- als auch im Hinblick auf einen Seitenaufprall.

Das Abschneiden der einzelnen Fabrikate hängt nicht notwendigerweise von deren Preis ab. Einige Modelle bieten viel Sicherheit und weisen ein ausgesprochen günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis auf.



 

 

Die verschiedenen Kindersitz-Modelle

Für die Säuglinge sind Babyschalen und sogenannte Gruppe-i-Sitze erhältlich. Sie zählen nicht zu den Kindersitzen im eigentlichen Sinne, die erst für Mädchen und Jungen ab einem Alter von etwa einem Jahr angeboten werden.

Die Einteilung dieser Kindersitz-Modelle richtet sich nach dem Gewicht:

Die Gruppe 1 umfasst Sitze für Kinder, deren Körpergewicht zwischen 9 und 18 Kilogramm liegt. Diese Varianten kommen zum Einsatz, sobald das Kind zu schwer für die Babyschale ist. Für größere Mädchen und Jungen bieten Hersteller Kindersitze der Gruppe 2 und 3 an. Sie ist für Kinder mit einem Gewicht zwischen 15 und 25 Kilogramm beziehungsweise 25 und 36 Kilogramm ausgelegt. Innerhalb dieser Kindersitz-Kategorie sind Modelle mit und ohne Rückenlehne zu unterscheiden.

 

Hinweis: EU plant, die Klassifizierung von Kindersitzen nach Körperlänge und nicht nach Gewicht vorzuschreiben.

 

 

Auch die Haltesysteme, die das Kind beim Aufprall im Sitz fixieren, funktionieren auf verschiedene Weise. Als gängige Systeme gelten Fangtische und Hosenträgergurte.

Fangtisch-Modelle bieten ein hohes Maß an Sicherheit, weil sie das Kind bei einem Unfall zuverlässig in der Sitzposition halten. Allerdings fällt es Mädchen und Jungen schwerer, in diesen Kindersitzen zu schlafen oder sich zu entspannen, da sie kaum Bewegungsspielraum haben. In dieser Beziehung schneiden die Hosenträgergurte besser ab. Sie weisen jedoch ein höheres Verletzungsrisiko bei einem Aufprall auf, da die mechanische Belastung an bestimmten Punkten größer ist.

 

Darüber hinaus bieten einige Hersteller seit einiger Zeit auch innovative Reboard-Sitze auch für größere Kinder an. Sie werden wie Babyschalen entgegen der Fahrrichtung montiert. So übernimmt die Rückseite des Kindersitzes bei einem Zusammenstoß die Funktion eines  wirkungsvollen Schutzschildes. Diese neuartigen Reboard-Sitze kommen für Kinderb is zu einem Alter von etwa vier Jahren in Frage.

 

Verstellbare Kopfstützen sorgen dafür, dass sich Kinder auch auf längeren Fahrten mit dem Auto wohlfühlen. Sie können unterschiedliche Positionen einnehmen, je nachdem ob sie schlafen oder wach sind. Prinzipiell abzuraten ist von Kindersitzen ohne Rückenteil, für die auch die Bezeichnung "Sitzerhöhung" üblich ist. Diese Kissen aus Styropor oder hartem Kunststoff bieten keinerlei Schutz für den Oberkörper oder Kopf. Bei einem Aufprall besteht somit die Gefahr, dass sich das Kind in diesen Bereichen schwere Verletzungen zuzieht.

 

 

 

Die ordnungsgemäße Bedienung von Kindersitzen

Kindersitze mit Fangtisch lassen sich vollkommen unkompliziert öffnen und schließen: Nachdem das Kind im Sitz platziert wurde, ist lediglich der Haltebügel festzuschnallen. Dagegen erdordert die korrekte Befestigung eines Hosenträgergurtes einen wesentlich größeren Aufwand. Es handelt sich dabei um ein Fünf-Punkt-Gurtsystem, das mit einer einzigen Schnalle zu schließen ist.Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass der Gurt straff sitzt und kein Spiel hat. Der Befestigungsgurt muss gerade aufliegen und darf auf keinen Fall verdreht werden. Außerdem sollte der Gurt automatisch nachgeben, wenn sich das Kind nach vorne beugt.

 

 

Grundsätzlich sind zwei verschiedene Befestigungsarten bei der Anbringung im Auto zu unterscheiden: Zum einen lassen sich viele Modelle mit einem Dreipunktgurt anbringen, zum anderen mithilfe des Isofix-Systems. Die Befestigung mit Isofix gilt als die sicherere Variante. Das weltweit einheitlich normierte System ist vom Autohersteller bereits installiert und stellt eine feste Verbindung zwischen der Karosserie des Fahrzeugs und dem Kindersitz her. Sie besteht aus zwei Ösen, die in der Lücke zwischen der Rückenlehne und dem Sitz verankert sind. Daran lassen sich Isofix-Sitze mühelos befestigen. Darüber hinaus punkten diese Befestigungen mit einem Standfuß, durch den ein Vorkippen des Kindersitzes zuverlässig verhindert wird. Alternativ sind Isofix-Systeme mit Toptether verfügbar, bei denen der Sitz zusätzlich im oberen Bereich eingehakt wird, um die Rückenlehne bei einem Aufprall sicher in Position zu halten.Varianten, die mit einem Dreipunktgurt zu befestigen sind, bieten den großen Vorteil, dass sie sich für jedes beliebige Fahrzeug eignen. Die Anschaffung dieser Sitze stellt dann eine gute Entscheidung dar, wenn das Kind häufig in anderen Autos transportiert wird.

Um das Kind optimal im Kindersitz zu befestigen, sollten die Gurte möglichst dicht am Körper liegen. Aus diesem Grund sollten Jungen und Mädchen auf Autofahrten nach Möglichkeit keine dicken Jacken tragen.Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass sich ein Kindersitz tatsächlich schnell und einfach befestigen lässt, entscheidet sich für ein Modell mit Einhand-Bedienung.

In Bezug auf die Handhabung achten viele Eltern auch auf den Bezug. Er sollte schmutzabweisend und unempfindlich sein. Außerdem ist es ratsam, ein Modell auszuwählen, dessen Überzug abnehmbar ist. Idealerweise lässt er sich von Zeit zu Zeit einfach in der Maschine waschen, ohne seine Form zu verlieren oder einzulaufen.

 

 

Probleme oder Gefahren mit Kindersitzen

Die Sicherheit stellt das mit Abstand wichtigste Bewertungskriterium von Kindersitzen dar. Um die verschiedenen Modelle zu bewerten, führen Testorganisationen Crash-Tests unter realistischen Bedingungen durch. Im schlimmsten Fall zerbricht dabei die Kunststoff-Schale des Sitzes, weil sie den mechanischen Belastungen nicht standhält. Als genauso fatal erweist sich ein Reißen des Gurtes, das einige Modelle bei einem Frontalcrash-Test zeigen. Darüber hinaus kann es bei einem starken Aufprall dazu kommen, dass sich der Sitz von seiner Basis löst. Die Tester prüfen außerdem, ob bei Unfällen Verletzungen durch das Einschneiden von Gurten entstehen können. Dies ist insbesondere im Beckenbereich häufig der Fall. Auch eine nicht ausreichende Fixierung des Kindes, die zum Beispiel zu einem Drehen beim Aufprall führt, stellt einen gravierenden Sicherheitsmangel dar.

Der Kopf des Kindes ist bei einem Seiten- oder Frontalaufprall einem besonders hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Um dieses zu  minimieren, bieten einige Markenhersteller Kindersitze mit aufblasbaren Airbags an. Die Luftkissen sind in den Gurten integriert und lösen bei einem Aufprall automatisch aus.

Grundsätzlich sollten Verbraucher keine Second-Hand-Modelle kaufen und einen Kindersitz nach einem Unfall sofort entsorgen. Darüber hinaus ist es unbedingt empfehlenswert, ausschließlich Markenprodukte zu kaufen, die eine sehr gute oder gute Beurteilung von einer seriösen Testorganisation erhalten haben.

Viele Eltern entscheiden sich aus Kostengründen für mitwachsende Kindersitze, die eine große Bandbreite an Gewicht und Körperlänge abdecken. Doch Experten raten regelmäßig vom Erwerb derartiger Modelle ab. Die erhöhte Flexibilität geht zu Lasten der Stabilität der Konstruktion und führt somit zu weniger Sicherheit.

Darüber hinaus bestehen viele Sitze die Überprüfung auf Schadstoffe nicht. Insbesondere viele Bezugsstoffe geben Anlass zur Beanstandung, da sie schädliche Substanzen enthalten. Diese stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Vor allem Stoffe, die mit Flammschutzmitteln ausgerüstet sind, fallen in dieser Hinsicht oft negativ auf. Dabei sollten Verbraucher allerdings auch berücksichtigen, dass sich  eine derartige Behandlung der Bezugsstoffe (ohne ein Überschreiten der geltenden Grenzwerte für Schadstoffe)  bewährt, da sich Autos bei Unfällen oft entzünden.

 

Sitzrichtung: Vorwärts Rückwärts
Befestigungssystem: Isofix Dreipunktgurt
Anschnallsystem 5-Punkt-Gurt Fangtisch-System
Sitzposition: Sitzhöhe Verstellbare Rückenlehne
Bezug: Abnehmbar Schadstoff geprüft
     

 

Geprüfte Kindersitze

 

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